Mittwoch, 02 Juli 2014 00:00

Motivationsprobleme: Das richtige Zeitmanagement bei Hausarbeiten

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In knapp drei Wochen endet das Semester. Damit stehen auch die Semesterferien vor der Tür. Es könnten drei Monate voller Zeit zum Entspannen und Reisen sein, wären da nicht die Hausarbeiten. Am Anfang denken die meisten noch: “Ach, die Semesterferien haben gerade erst angefangen. Ich habe noch genügend Zeit”. Angesichts der zwölf vorlesungsfreien Wochen, die vor einem liegen, fällt es schwer sich aufzuraffen und mit der Arbeit zu beginnen. Wie heißt es doch so schön: Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe. Irgendwann ist der Moment gekommen, an dem

man erstaunt feststellt, dass die Zeit im Handumdrehen vergangen ist und der Abgabetermin immer näher rückt. In einem Hauruck-Verfahren muss nun etwas zusammengezimmert werden. Wir haben einige Tipps für besseres Zeitmanagement.

Die Aufschieberitis

Die Hausarbeit wird solange vor sich hergeschoben, bis sie sich nicht mehr verschieben lässt. Denn das Problem an der Freiheit, zu lernen wann man will, ist, dass man dafür seine Zeit organisieren muss. Genau das fällt vielen schwer. Sie warten bis zum allerletzten Moment, sind dann gestresst und sehen sich gezwungen eine Nachtschicht nach der anderen einzulegen, um überhaupt etwas zustande zu bringen.

Damit macht man es sich selbst unnötig schwer, denn der Druck und der Stress steigen. Richtig zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis auch nicht, denn fehlt einem die Zeit, ist die Qualität der Hausarbeit auch entsprechend. Am Ende sitzt man da und schwört sich das nächste Mal früher anzufangen, doch bei der nächsten Hausarbeit verfällt man in den gewohnten Trott. Geht es Ihnen ähnlich, leiden Sie an chronischer Prokrastination. Das Kernproblem der meisten Aufschieber ist: Sie haben Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen.

Drei Tipps für chronische Aufschieber:

  1. Beginnen Sie sofort. Zum Beispiel jetzt! Die 72-Stunden-Regel etwa sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent.
  2. Hinterfragen Sie sich. Warum schieben Sie bestimmte Aufgaben auf? Prokrastination ist eine Gewohnheit, sie läuft automatisch ab. Ein Schritt in Richtung Besserung ist deshalb, sich sein Verhalten bewusst zu machen und die Gewohnheit zu durchbrechen. Dazu hilft auch, seine Verhaltensweisen über einen Zeitraum schriftlich zu notieren: Was machen Sie ungern? Warum? Was löst Stress aus? Was hätten Sie anders machen können?
  3. Planen Sie vor. Wie gesagt: Prokrastination ist in erster Linie eine Gewohnheit. Überlisten Sie sich also und notieren Sie sich schon am Abend, was Sie am nächsten Tag in welcher Reihenfolge tun werden (werden – nicht wollen!). Und dann halten Sie sich daran. Planen Sie aber auch genügend Freizeit (zur Erholung und für Unvorhergesehenes) sowie Aufgaben, die Ihnen Spaß machen, ein.

Das richtige Zeitmanagement bei einer Hausarbeit

Der erste Schritt ist, dass Sie bereits vor Beginn der Semesterferien realistisch einschätzen, wie viel Sie schaffen können. Fragen Sie sich selbst:

  • Welche Pläne habe ich für die Semesterferien?
  • Möchte ich verreisen? Werde ich jobben?
  • Wie viele Module möchte ich abschließen?
  • Wie umfangreich sind die Themen?

Muten Sie sich nicht zu viel zu. Um eine gute Hausarbeit zu schreiben, benötigen Sie zwischen vier und sechs Wochen. Daher ist es in den meisten Fällen realistisch maximal zwei Hausarbeiten zu schreiben.

Als nächstes sollten Sie sich einen Zeitplan erstellen und Ihr Vorgehen planen. Besonders, wenn Sie mehr als eine Hausarbeit schreiben, ist die Erstellung eines Zeitplans sinnvoll, damit keine Arbeit zu kurz kommt. Ein Zeitplan wird Ihnen auch dabei helfen, sich Zeit zur Erholung freizuschaufeln. Excel bietet Ihnen praktische Vorlagen, die Sie als Zeitplan verwenden können.

Der Schreibprozess

Die schwierigste Phase bei der Erstellung einer Hausarbeit ist die Schreibphase. Sie haben unglaublich viel zu einem Thema gelesen, wichtige Thesen zusammengefasst und sich Zitate rausgeschrieben. Eigentlich müsste Ihnen das Schreiben locker von der Hand gehen, doch Sie sitzen vor dem PC und starren auf das leere Blatt.

Drei Tipps gegen die Schreibblockade:

  1. Wechseln Sie den Ort. Texte zu Papier zu bringen, ist zur Hälfte Handwerk und Routine. Wem die Worte auf der Zunge verdorren bevor sie notiert sind, kann entweder weiter grübeln oder den Ort wechseln. Tatsächlich ist es so, dass räumliche Veränderungen unseren Geist beflügelt. Und WLAN und Laptops machen es einem heute nun wirklich leicht, inspirierende Ort aufzusuchen: Straßencafés, Museen, Bars, Parks. Nicht immer muss es die Bibliothek sein.
  2. Fangen Sie mittendrin an. Wer sagt, dass Sie mit der Einleitung beginnen müssen? Fällt Ihnen partout kein Aufhänger für die Hausarbeit ein, beginnen Sie mit einem anderen Teil. Vielleicht haben Sie gerade eine Theorie im Kopf oder ein gutes Beispiel. Es spricht nichts dagegen Ihre Hausarbeit im Patchworkstil zu verfassen, solange Sie in einem weiteren Schritt Übergänge schaffen und Einleitung und Schluss aufeinander abstimmen.
  3. Haben Sie den Mut zur Imperfektion. Nullfehlertoleranz können sich allenfalls Götter leisten. Wer auf Anhieb den perfekten Text schreiben will, verzettelt sich unweigerlich in Details. Effekt: Sie werden nie fertig. Detailliebe führt nur zu einem Tunnelblick. Schreiben Sie lieber erst auf, was Ihnen und wie es Ihnen in den Sinn kommt. Umformulieren, korrigieren und feilen können Sie an den Textbausteinen hinterher immer noch.

Zeitmanagement-Tipps im Schreibprozess:

  • Setzen Sie sich ein konkretes Ziel. Legen Sie für jeden Tag in der Schreibphase fest, wie viele Seiten Sie ungefähr schreiben wollen. Ein klares Ziel vor Augen wird Ihnen dabei helfen sich zu disziplinieren.
  • Nutzen Sie Ihren Biorhythmus. Jeder hat eine bestimmte Tageszeit, in der er besonders produktiv ist. Einigen Menschen fällt es leichter früh aufzustehen und in den Stunden zwischen 8:00 und 12:00 Uhr zu arbeiten. Andere kommen schlecht aus dem Bett, sind Langschläfer und nutzen lieber die Abendstunden, um zu arbeiten. Finden Sie heraus, in welcher Zeit Sie am produktivsten sind und nutzen Sie diese um zu schreiben.
  • Vermeiden Sie Störfaktoren. Vielen Menschen fällt es schwer sich zu konzentrieren, wenn die Hintergrundgeräusche zu laut werden. Ertappen Sie sich beispielsweise dabei, die Gespräche Ihrer Tischnachbarn zu verfolgen, statt zu schreiben, sollten Sie über einen Ortswechsel nachdenken.
  • Machen Sie sich Zeitfresser bewusst. Nur eben schnell checken, was auf Facebook los ist. Das Internet kann zum enormen Zeitfresser und Produktivitätskiller werden. Machen Sie sich das bewusst und halten Sie sich vor Augen, dass aus fünf Minuten Facebook auch gerne mal eine halbe Stunde wird. Auch Ihr E-Mail-Programm kann für unnötige Ablenkung sorgen. Schalten Sie das automatische Benachrichtigungssignal aus, um nicht der Versuchung zu erliegen, bei jeder neuen E-Mail einen Blick in Ihr Postfach zu werfen.

 

 

Foto: experto.de
Quelle: karrierefibel.de

Gelesen 1206 mal Letzte Änderung am Montag, 22 Dezember 2014 04:24

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