Die Internationale Grüne Woche (kurz IGW) findet 2016 zum 81. Mal - vom 15.01. bis 24.01.2016 - am ICC Funkturm Berlin statt.

Gegründet wurde die Messe 1926, vor 90 Jahren. Sie ist eine in ihrer Ausrichtung einzigartige internationale Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie des Gartenbaus. Gleichzeitig ist die Grüne Woche der Ausgangspunkt für das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) mit über 70 Ressortministern. Nahrungs- und Genussmittelproduzenten aus aller Welt nutzen die IGW in Form von Ländergemeinschaftsschauen und Produktmärkten als Absatz- und Testmarkt sowie zur Imagefestigung. Dem Konsumtrend folgend, nimmt der Regionalbezug einen immer wichtigeren Platz ein. Auf der Internationalen Grünen Woche gewinnen die Themen nachwachsende Rohstoffe, Bio und der ländliche Raum genau wie der Gartenbereich immer weiter an Bedeutung.

Das Rahmenprogramm der IGW war sehr umfangreich. Mehr als 300 Foren, Seminare, Kongresse und Ausschusssitzungen fanden statt. Zum Teil wurden mehrtägige Veranstaltungen der verschiedensten Gremien der Land- und Ernährungswirtschaft abgehalten.

Den Höhepunkt des Kongressprogramms bildet die 8. Internationale Agrarminister-Konferenz verbunden mit dem 7. Berliner Agrarministergipfel. Das 7. Internationale Forum Agrar- und Ernährungswirtschaft und das 8. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung waren zusammen mit dem Biokraftstoffkongress die größten Veranstaltungen im Rahmen der Grünen Woche.

Die Bedeutung der Grünen Woche für die Agrarpolitik wird durch den Besuch von 200 ausländischen Ministern und Staatssekretären sowie inländischen Ministerpräsidenten, Ministern und Staatssekretären deutlich.

Das Fachseminar Frische Forum „Fleisch“ wird auch im kommenden Jahr auf aktuelle Themen der Branche eingehen. Darüber hinaus zeigt die Ernährungswirtschaft den Veredelungsprozess der Nahrungsmittel und der Handel präsentiert sich als wichtiges Bindeglied zum Kunden.

 

(Text: lp/igw)

Du möchtest Landschaftsarchitektur studieren?

 

Berufsziel

Das Landschaftsarchitektur-Studium soll sie befähigen, an der Gestaltung unserer Umwelt mitzuwirken – vom privaten Grün über städtische Freiräume mit Parks und Sportanlagen bis in die Landschaft hinein. Somit werden die Arbeitsfelder der Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung im Zusammenhang gelehrt. ,Die im Landschaftsbau vermittelten Kenntnisse sind ein unverzichtbarer Prüfstein für die Machbarkeit und professionelle Umsetzung Ihrer Entwurfsideen in der Praxis.

  • Mitarbeit in einem Ingenieur- oder Planungsbüro für Landschaftsarchitektur (Freiraum-, Landschafts- und Umweltplanung)
  • Sachbearbeiter in kommunalen Ämtern (Gartenamt, Umweltamt, Bauamt, Straßenbauamt …) und staatlichen Behörden und Ämtern für Naturschutz und Landschaftspflege, Landschaftsplanung, Umwelt, Autobahnamt, …
  • Sachbearbeiter oder Leiter in Verbänden und Vereinen in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, Umweltschutz, Tourismus …
  • Mitarbeit oder Leitungsfunktion in Betrieben des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus
  • Mitarbeit oder Leitungsfunktion in Unternehmen oder Abteilungen der Grünflächenpflege einschließlich Gartendenkmalpflege
  • Sachbearbeiter in Hochschulen, Versuchsanstalten und Instituten innerhalb des Berufsfeldes
  • Mitarbeiter bei Fachverlagen

 

Studiengänge

  • Bachelor
  • Master
  • Diplom

 

Studienstandorte

Top Hochschule Bundesland Abschluss
  Beuth-Hochschule Berlin Berlin Bachelor
  Technische Universität Berlin Berlin Master
  Technische Universität Dresden Sachsen Diplom
  Fachhochschule Erfurt Thüringen Master
  Hochschule Neubrandenburg Mecklenburg-Vorpommern Bachelor
  Hochschule Geisenheim Hessen Bachelor
  Universität Hannover Niedersachsen Master
  Technische Universität München Bayern Master
  Hochschule Nürtingen Baden-Württemberg Bachelor
  Hochschule Ostwestfalen-Lippe Nordrhein-Westfalen Bachelor
  Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf Bayern Bachelor
  Brandenburgische Technische Universität Brandenburg Bachelor

 

Unterschied FH und Uni?

Seit dem Bologna-Prozess (1999) wurde alle bisherigen Diplom-Studiengänge in Bachelor- und Master-Studiengänge aufgeteilt.
Das Bachelor-Studium vermittelt die Grundlagen der Landschaftsarchitektur und mit Abschluss wird eine Bachelor-Arbeit bzw. -Thesis geschrieben. Im Anschluss kann man bei Bedarf in die Praxis gehen (Planungsbüros, Behörden, ...) und danach den Master wenn gewünscht absolvieren; oder gleich nach dem Bachelor.
Die Studiendauer für Bachelor-Studiengänge beträgt 6 bis 7 Semester. Bei Master sind es maximal 4 Semester.

Unterschied zwischen Hochschultypen

  • Hochschule, Fachhochschule: Vermittlung von meist praktischen Studieninhalte, Praxissemester, sowie Forschungsprojekte (wenn forschungsstark)
  • Universität: Lehre meist von theoretischen Studieninhalte, Praxissemester und Forschungsprojekte

Ob man nun heute an einer Fachhochschule oder Universität studiert hängt von der eigenen Orientierung ab. Seit dem Bologna-Prozess sind alle Abschlüsse der beiden Hochschultypen (FH u. Uni) laut Hochschulkonferenz als gleichwertig eingestuft.

Vor dem Bologna-Prozess (vor 1999):

  • 1. Akademischer Grad: Diplom-Ingenieur (FH) / Dipl. Ing. (FH)
  • 2. Akademischer Grad: Diplom-Ingenieur (Uni) / Dipl.Ing.
  • 3. Akademischer Grad: Doktor der Ingenieurwissenschaften / Dr.-Ing.

Nach dem Bologna-Prozess (ab 1999):

  • 1. Akademischer Grad: Bachelor of Science / Bachelor of Engineering ... (FH, Uni beide gleich)
  • 2. Akademischer Grad: Master of Science / Master of Engineering ... (FH, Uni beide gleich)
  • 3. Akademischer Grad: Doktor der Ingenieurwissenschaften / Dr.-Ing.

Studieninhalte (Beispiele)

  • Landschaftsplanung, Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz einschließlich der erforderlichen naturwissenschaftlichen Grundlagen
  • Freiraumplanung von der städtebaulichen Ebene bis zum kleinräumigen öffentlichen Freiraum oder zum Hausgarten einschließlich der historischen Grundlagen und den Maßnahmen der Park- und Gartendenkmalpflege
  • Die Ausführung der geplanten Bau- und Pflegemaßnahmen, d.h. Ausführungsplanung, Bauabwicklung einschließlich der notwendigen baubetrieblichen, rechtlichen, ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Abschlussbezeichnungen:

  • Bachelor of Science (B. Sc. oder BSc)
  • Bachelor of Engineering (B. Eng. oder BEng)
  • Master of Science (M.Sc. oder MSc)
  • Master of Engineering (M.Eng. oder MEng)
  • Diplom-Ingenieur (FH)
  • Diplom-Ingenieur (Uni)

 

Quellen: eigene, FH Erfurt, studieren-im-netz, HRK

Die oberfränkische Kulturmetropole Bayreuth ist Festspiel- und Universitätsstadt – und vom 22. April bis 9. Oktober 2016 auch Ausrichterin der bayerischen Landesgartenschau.

Unter dem Motto "Musik für die Augen" entsteht hierfür in einem Talraum eine neue Parkanlage - die Wilhelminenaue. Benannt nach der Symbolfigur und „Gastgeberin“ der Gartenschau, Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Ihre Visionen und die in ihrer Zeit geschaffenen barocken Grünanlagen und Bauten wie das UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus, die Eremitage oder das Lustschloss Fantaisie mit dem ersten deutschen Gartenkunstmuseum prägen noch heute Stadt und Region. Und inspirierten auch die Planer der Landesgartenschau bei der Gestaltung des neuen Parks.

Entlang des Roten Mains schlägt dieser eine Brücke zwischen historischer Innenstadt, Hofgarten und Eremitage – und schafft einen einzigartigen, dauerhaften Grün- und Erholungsraum. Modern und dennoch verspielt, macht dieser „Lust-Garten“ mit seinen Wasserbereichen und Gartenkabinetten in bester Bayreuther Gartentradition Appetit auf eine landschaftliche Entdeckungsreise.

 

(T:/F:LGS Bayreuth)

Farbig, impulsiv und hochexperimentell: Great Dixter, der berühmte alte Arts-and-Crafts-Garten in Northiam, südlich von London, hat sich zu einer Keimzelle des Avantgarde-Gärtnerns entwickelt. Sein Motor ist Headgardener Fergus Garrett, der mitreißende Schüler von Christopher Lloyd, dem 2006 gestorbenen legendären Begründer des grünen Meisterwerks.

Kein Besucher im Garten. Keine Strohhüte, unter denen Kameras klicken. Keine Bewunderer, Verehrer, Anhimmler. Nur Frieden. Zwischen fünf Uhr nachmittags und elf Uhr morgens gehört Great Dixter, das mächtige, schon schiefe Gemäuer, die Scheunen, Bäume, Hecken, Blumenbeete denen, die dort arbeiten: Fergus Garrett, dem charismatischen Headgardener, Aaron Bertelsen, dem Master of the House und Chef des ausgedehnten Küchengartens, sechs Gärtnern und einer Handvoll Studenten aus aller Welt. Eine Gemeinschaft, die zwar nicht klösterlich lebt, dafür eingebettet in die Arts-and-Crafts-Welt, in die Riegel der Zimmertüren aus Holz gefertigt sind; Betten einen Himmel haben; Eiben zu Vögeln geschnitten und der Garten von meterhohen Hecken eingeteilt ist, die aussehen, als ob sie langsam schmelzen.

Mehr als fünfzig Jahre war dieser Ort die Bilderbuchbühne für Christopher Lloyd, abgekürzt Christo, der gemeinsam und fast altersgleich mit Rosemary Verey und Beth Chatto unser Bild des blütenstrotzenden englischen Gartens für mindestens zwei Generationen geprägt hat. Christos Eltern, beide aus wohlhabenden Familien stammend, hatten das landwirtschaftliche Anwesen 1910 gekauft. Vater Nathaniel puzzelte das Haus mit dem prominenten Arts-and-Crafts-Architekten Edwin Lutyens aus zwei mittelalterlichen und einem neuen Teil zu einem Exempel britischen Wohnens zusammen. Mutter Daisy organisierte den Garten. Christo, der jüngste von sechs Geschwistern, zog in den Krieg, machte eine Ausbildung zum Gartengestalter (decorative horticulture), lehrte zwei Jahre, kehrte 1954 nach Great Dixter zurück und blieb.

Er gründete eine Gärtnerei, lockte Besucher herbei und begann, eine Karriere als hortikultureller Bilderstürmer aufzubauen. Seine Plattformen waren Great Dixter und das „Country Life Magazine“, für das er über vierzig Jahre wöchentlich eine Kolumne schrieb, und die er nutzte, um Angriffe auf gärtnerische Allgemeinplätze zu führen, um Rosen zu stacheligen Stecken zu erklären oder englischen Gartenladys die Pastellfarben madig zu machen. „Christo“, so Aaron Bertelsen, „was a wordly man“ – ein öffentlicher Mensch. „Der Garten war sein Mittel dazu.“ Viele, die es nie nach Northiam schafften, kennen ihn als Autor; von ihm stammen phantastische Bücher wie „Dear Friend and Gardener“, der Briefwechsel mit Beth Chatto (A&W 2/2013 ) und sein „The Gardener Cook“, in dem er als weitere Seite von Great Dixter die umfangreichen Küchengärten vorstellte, aus denen heraus er kochte und seine Gäste bewirtete. „Sein Haushalt glich einer fortwährenden Party“, verriet eine Freundin im „Guardian“.

Als dieser große Christo 2006 starb, befürchteten viele, dass Great Dixter vergehen, hilflos verwildern, als geschäftsmäßig geführtes Touristenziel, schlimmer noch als gelecktes Fünf-Sterne-Hotel erstarren würde. Das Gegenteil geschah. Great Dixter verwandelte sich in eine lebendige Gartenschule, mehr noch: in ein Laboratorium des Gärtnerns, widerständig wie zu Christos Lebzeiten.

Was auf den ersten Blick kaum ersichtlich ist. Schwer, sich in den Heckenkabinetten zu orientieren. Hier die Long Border, bereits im 19. Jahrhundert das Paradestück großer Gärten, dem Centerpiece auf der gedeckten Tafel vergleichbar; dort ein drei Treppenstufen abwärts gelegter Senkgarten, wie man ihn am Anfang des 20. liebte; da die Wiese mit in Form geschnittenen Buchsbäumen, schon zu Zeiten von Christos Eltern ein romantisierendes Detail – und überall diese übergewichtigen Hecken. Es gibt die typische, halbrunde Jekyll-Lutyens-Terrasse, den Pfauen- und den exotischen Garten mit Bananenstauden, die im April noch baumhoch in Stroh und Farnlaub gepackt sind, eine seltsame Inszenierung.

„Das Erste, was mich faszinierte als ich herkam, waren die Farbigkeit und Impulsivität“, sagt Michael Wachter, 25 Jahre alt, Student der Landschaftsarchitektur aus Deutschland. Zwei Monate wollte er bleiben, sein Englisch polieren und Gartenwissen erweitern. Er hat auf zwei Jahre verlängert und will in Zukunft Designer statt Gärtner sein. Was er hier erlebt, ist der krasse Gegensatz zu der in Deutschland postulierten Pflegeleichtigkeit: „Hier in England sagt man, low maintenance is low braintenance.“ Was so etwa heißt: Wenig Handanlegen ist wenig Hirn einsetzen. Michael Wachter ist einer der wenigen Deutschen, die nach Great Dixter kommen.

Die meisten Studenten stammen aus Frankreich, Japan, den USA. Sie sind das Kapital von Fergus Garrett. „Die Menschen finden zu uns“, sagt er. Neben jungen Menschen aus aller Welt ist das auch ein obdachloser Jugendlicher aus der Gegend. „Wir sagen, du kannst zwei Wochen bleiben, dann werden wir sehen.“ Ihm ist wichtig, dass nach Great Dixter nicht nur die kommen, die es sich leisten können. „Menschenfischer“ nennt ihn Michel Wachter.

„That is good work, exciting“. Jeden Morgen um 8 Uhr gibt der Menschenfischer seinen Studenten Instruktionen. Die Pflanzkiste unterm Arm, eilt er mit riesigen Schritten durch den Garten. Die Aufgabe ist, einjährigen Mohn in eine Staudenpflanzung zu setzen. „Ich will, dass es natürlich wirkt. Nicht symmetrisch. Okay! Hier, so soll es aussehen.“ Auf dem Boden knieend markiert er Pflanzplätze in die krümelige Erde. „Und seid vorsichtig mit den Setzlingen. Take them delicately. Die Wurzeln mögen es nicht, wenn man an ihnen rumfingert. Und nicht zu hoch einpflanzen. Wie heißt der Mohn?“ Schweigen. „‘Laurens Grape’. Merkt euch den Namen. Notiert das Aussaatdatum und beobachtet, wie die Sämlinge sich entwickeln. Wenn es nicht gut wird, probieren wir nächstes Jahr einen anderen Aussaattermin aus.“ Alles ist im Fluss. Nichts wird wie immer gemacht: „We don’t repeat planting, we want to learn.“

Später, nach der Kaffeepause um zehn Uhr, ist Besprechung in der Scheune. Fergus Garrett steht an der Tafel und zeichnet Strategiepläne, zuerst eine Liste von allem, was ansteht: Töpfe wässern, Sämlinge kontrollieren, Tulpen pflücken, Hecken schneiden und darunter aufräumen, Erde für die Gärtnerei vorbereiten, jäten, selbst ausgesäte Pflanzen ausdünnen. Dann markiert er Vorrangiges: „Wir müssen auspflanzen; wir brauchen Platz in den Frühbeeten; Hecken sind noch zweitrangig.“ Später rennt er wieder durch den Garten, nachsehen, was die Studenten getan haben, eilig, fröhlich, anfeuernd: „Wenn ich allein arbeitete, bräuchte ich für dies oder das einen Tag, so sind es vier. Aber das ist der Weg.“ Mittags sitzt er wieder in der Scheune, löffelt eine Suppe. Eine Studentin hat sie mitgebracht. „Delicious“, sagt er und hamstert Nachschlag ein. „Ich wollte immer eine Landkommune gründen. Wo ich in meinem Leben auch war, am meisten habe ich gelernt, wenn wie in der Familie zusammengearbeitet wird.“

Seit 23 Jahren arbeitet Fergus Garrett in Great Dixter. 15 Jahre zusammen mit Christopher Lloyd. Immer war der Garten in Bewegung, ob es um die mit Blütenpflanzen besetzten Wiesen ging – Jahre bevor das Präriegärtnern Mode wurde – oder um die Long Border, in die Christo eines Tages begann, Zwergkoniferen zu setzen. Egal wie verpönt diese Gewächse noch immer sind. Fergus Garrett setzt die „Conifer experience“ fort. Er experimentiert mit Unmengen von Tulpen, mit den von Christo gehassten Kornblumen, mit Vorschlägen der Studenten. Was dieser begonnen hatte, setzen seine Erben fort, intensiver denn je. Gärtnern ist zu einer Reformbewegung geworden und Great Dixter eine Drehscheibe, in die Informationen hinein- und hinausgetragen werden. Aus Melbourne ist der junge Landschaftsdesigner Thomas Gooch da und arbeitet bei Aaron Bertelsen im Küchengarten mit. Thomas gehört zu denjenigen, die „3000 acres. Connecting people to the land“ organisiert haben, ein Projekt  das leer stehende Grundstücke in der Metropole erfasst und versucht, ihrer habhaft zu werden, um dort Nahrung anzubauen.Und während Fergus Garrett Richterdienste auf der Londoner Chelsea Flower Show ausübt, bereitet Aaron nebenbei „Talks“ vor, die er in Detroit und Memphis übers Gemüsegärtnern in Great Dixter halten wird; wie er zum Beispiel das Unkraut unter den Himbeeren mit Vergissmeinnicht fernhält.

 

 Quelle:
Architektur & Wohnen, Ausgabe 04/2015
Autor: Elke von Radziewsky
Fotograf: Regina Recht

Am 15.01. bis 16.01.2015 finden die bdla-Bauleitergespräche zum 20sten Mal statt.
In diesem Rahmen treffen sich Landschaftsarchitekten aus Planungsbüros und Verwaltungen aus ganz Deutschland um aktuelle Themen aus Bautechnik und Baumanagement in der Freiraumplanung ebenso wie Fragen des Architekten- und Honorarrechts zu diskutieren.
Das Programm wird durch verschiedene Exkursionen u.a. zur Baustelle der IGA Berlin 2017 abgerundet.

Schon jetzt teilt der BDLA auf seiner Webseite, dass die Veranstaltung bereits ausgebucht ist, aber es bestünde noch die Möglichkeit diverse Interessierte auf die Warteliste zu setzen.

Viele Menschen wohnen in der Stadt und möchte gerne als Ausgleich sich kurzfristig erholen können. Hier bietet der Kleingärten eine sinnvolle Möglichkeit aus einer Kombination einer Produktion von gartenbaulichen Produkten (z.B. Obst, Gemüse und Blumen) für den Eigenbedarf (Selbstversorgung), sowie die stadtnahe Erholung mit einem kürzeren Anfahrtsweg. Bei einem Kleingarten steht zwar die kleingärtnerische Nutzung im Vordergrund, aber kann sinnvoll mit Kinderspiel ergänzt werden.

In den letzten 25 Jahren ging das Interesse an einem Kleingarten durch vielfältige andere Freizeitgestaltung zurück. In den Ballungszentren, z.B. Berlin + Umland stagnierte der Pächterzahl nicht, sondern der Bedarf an einem Stück Garten konnte erhalten werden.
Es nicht unüblich, dass mehrere Familien, Freunde oder Nachbarn gemeinsam einen Kleingarten pachten und "bewirtschaften". Einen Garten in der Großstadt zu haben, bedeutete dabei meist sich und seinen Kindern einen Rückzugsort zu schaffen, abseits der öffentlichen Sandkästen und Liegeplätze.

Nichts desto trotz wird die Nutzung eines Kleingartens immer populärer - nicht nur für Arbeitstätige, Familien und Rentner.
Hierbei gibt es einen Trend zu verzeichnen, der sich zu einem Feinschmecker-Paradies gewandelt hat. Es gibt zu dem eine Vielfalt von Gemüsesorten, wie Mangold, Hokaido und Baumspinat in den heimischen Kleingärten.
Es ist auch nicht unüblich, dass Hühner in einem Kleingarten zu finden sind, die Käfer, Würmer und Larven aus den Gemüsebeeten vertreiben. Sie liefern auch jeden Tag ein frische Eier. Derzeit ist es bei einer Gartenparzelle nach Bundeskleingartengesetz nicht ohne weiteres möglich Hühner zu halten, da die kleingärtnerische Nutzung im Vordergrund steht. Durch eine Ausnahmegenehmigung durch den Vereinsvorstand kann das Vorhaben doch realisiert werden,

Eine Kombination aus Tierhaltung in Kleingärten, Gemüse- und Obstanbau zur Selbstversorgung ist nur ein kleiner Schritt, um den globalen Veränderungen regional und sogar lokal beeinflussen zu können.

Beobachten, hegen, Geschichte bewahren: Vor dreißig Jahren hat Helga Schütz in Potsdam ein Landhaus mit einem Garten aus den 1920er-Jahren übernommen – klassisch in seiner klaren Trennung zwischen naturnahem bewaldeten Teil und einem Steingarten direkt neben der Terrasse am Haus. Für die Schriftstellerin und Drehbuchautorin ist die denkmalgeschützte Anlage ein „Partner, der sich von Anfang an behauptete“.

Dass man sich nicht mehr bücken braucht, das passiert wohl nur in Stadtgärten“, sagt Helga Schütz. Womit sie nicht sagen will, dass sie unablässig arbeitet, zupft und schneidet, sobald sie draußen ist. Trotzdem: „Bekannte stellen sich immer nur vor, wie ich im Garten auf der Bank sitze, wie ich lese, hier und da gucke.“

1984 war ihr von der Stadt Potsdam das Landhaus des 1965 gestorbenen Physikochemikers Max Volmer angeboten worden. Zu der Zeit war die gelernte Gärtnerin, die, nach einem Jahr im Beruf, Dramaturgie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg studierte, bereits seit 20 Jahren eine erfolgreiche, mit etlichen Literaturpreisen ausgezeichnete Drehbuchautorin. „Mit einem Wahnsinnsmut griff ich zu.“ Fünf Jahre hatte sie in „Berliner Beton, achter Stock“ gelebt, nun wollte sie wieder ins Grüne. Viele ihrer Bekannten hatten schon Datschen im Umkreis, sie suchte Ähnliches. Doch dann bot sich dieser Landhausgarten an, der sie lockte, obwohl sie „am ersten Tag in ihm nicht gejubelt hat“. Statt Liebe auf den ersten Blick stellte sich Respekt ein: „Von Anbeginn an war der Garten ein Partner, der sich behauptete.“ Ändern, umgraben, dem Ganzen einen eigenen Stempel aufdrücken? „Ich hätte nicht gewusst, wo ich eingreifen soll.“

Geschätzte zwei-, dreimal so hoch wie das Haus mit den karmesinroten Fensterflügeln ragen in ihrem Garten Kiefern, Eichen, Buchen, Birken empor. Er ist ein idealisiertes, hallenartig lichtes Stück Wald. Früher einmal ging er direkt in den Diana-Forst über. Doch dort wurde nach der Wende gebaut, und so ist er heute ein Relikt aus der Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, als eine der herrschenden Gartentheorien Natürlichkeit forderte und das Pütschern, Blumen pflanzen, Steine aufsetzen in das Areal dicht am Haus beorderte. Hier der Mensch, dort die Natur. Klare Trennung.

Karl Foerster, der berühmte deutsche Staudenzüchter aus Potsdam-Bornim, soll den Garten mit Max Volmer entworfen haben. Beweise gibt es nicht. Nur Hinweise, wie den Steingarten neben der Terrasse am Haus, typisch für jene Jahre; man sieht Vergleichbares im foersterschen Garten in Bornim. „Immer wieder fragen Leute, ob es noch diese Alpenrose gebe, die sie von früher kennen, ob noch der Eisenhut blühe“, erzählt Helga Schütz. Lange habe es gedauert, bis sie sich mit dem Garten vertraut gemacht hatte, bis sie die Bäume kannte, die Rinden und die Farben. Irgendwann entdeckte sie die ersten zwei Stängel Knabenkraut im Moos vor ihrer Terrasse. Seitdem sichert sie jedes Jahr das Areal der Freilandorchideen. „Man kann Bestimmtes einfach geschehen lassen“, so die Schriftstellerin. Gutes Laub liegen lassen, schlechtes wegschaffen, Eibensämlinge aufziehen. Auch Azaleen auslichten: „Doch nicht jetzt, jetzt will ich lesen, morgen vielleicht.“

 

Autor: Elke von Radziewsky
Fotograf: Angela Franke

Sie gestalten die Blütenmeere auf den großen Gartenschauen, sind Künstler im Umgang mit Farben und Wuchsformen krautiger Pflanzen und werden im Ausland als Vertreter des New European Style gefeiert. Höchste Zeit, sie im eigenen Land prominent zu machen.

LANDSCHAFTSARCHITEKTIN PETRA PELZ

Petra Pelz">

Millionen Bundesbürger kennen ihre Beete schon: Seit 15 Jahren gehört Petra Pelz zu dem Triumvirat an Spezialisten, die für die IGAs und BUGAs große Staudenflächen pflanzen.

 

„Ich hatte immer Angst, Stauden zu verwenden, weil ich das hier bei uns zu komplex und schwierig fand.“

Tausend Riesenknöteriche, ein Meer aus Mondviolen – oder der Acker voller Tulpen: das volle Farbspektrum, gefranst, lilienblütig, kleiner, dicker und vor allem dicht gepackt, 80 Zwiebeln pro Quadratmeter. So etwas hatte man noch nicht gesehen. Es war die Mai-Sensation auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg und typisch für Petra Pelz. Die ganz große Geste hat sie prominent gemacht.

Petra Pelz stammt aus Magdeburg, lernte zu DDR-Zeiten Landschaftsgärtnerei, studierte in Erfurt, improvisierte in einer Schlosser-, Tischler- und Malerbrigade, plante fürs städtische Grünamt und lernte nicht ganz zufällig 1993 den in Chemnitz geborenen Wolfgang Oehme kennen.

Das änderte alles. Der Wahlamerikaner Oehme (1930 bis 2011), ein Kauz und einer der berühmtesten Landschaftsarchitekten des späten 20. Jahrhunderts, ist bekannt für fußballfeldgroße Pflanzungen aus zwei, drei oder fünf verschiedenen Gewächsen und eine entschiedene Konzentration auf Hirsen, Seggen, Simsen, Schilf – „Ein Garten ohne Gräser ist grässlich“, so sein Motto. Er hing an seiner Heimat, besuchte sie über all die Jahre regelmäßig und wünschte nach der Wende Möglichkeiten, auch hier zu arbeiten. Petra Pelz wurde sein Kontakt, seine Schülerin und Sachwalterin.

Ich hatte immer Angst, Stauden zu verwenden, weil ich das hier bei uns zu komplex und schwierig fand. Dieses Wissenschaftliche, leicht verkrampfte.“ Oehmes Gärten – „erfrischend, naiv“ –wurden ihre Initiation. Natürlich hat auch sie ihre „Lebensbereiche nach Hansen“ gelernt. Doch genauso wichtig findet sie, „etwas auszuprobieren, was wie ein Fehler erscheint, locker an Pflanzenthemen heranzugehen“. Denn nicht alles, was in den Lehrfibeln steht, ist ehernes Gesetz. Euphorbia palustris etwa, die Sumpf-Wolfsmilch, ist zwar eine Sumpfpflanze, kommt aber in allen möglichen Gartenböden zurecht. Oehme hatte sie wegen ihrer schwefeligen April-Blüten in seine Grasdünen gepflanzt. Petra Pelz hat’s von ihm übernommen, so wie andere Kunstgriffe. Sie liebt Perowskien und Schneefelberich in Massen. Auch Bergminze, Pycnanthemum muticum, die Modepflanze der gegenwärtigen Steppen- und Präriegärtner. Oder den Dreierpack Rudbeckia, Calamagrostis und Sedum. Von solchen Kombinationen aus hat sie sich zu Eigenem vorgetastet. Eines ihrer Pflanzrezepte ist, ein Grundgerüst aus stabilen Pflanzen wie Japanischem Waldgras, Miscanthus oder dem „eigentlich langweiligen Sedum telephium“ anzulegen und dahinein punktuell Blühpflanzen zu setzen: Wildastern, Giraffenkosmeen, sogar Rittersporn. In Hamburg probiert sie derzeit allerlei mit Baptisien aus, den Indigolupinen.

Aus einer Zeit, „in der es ökonomisch schwierig war“, hat Petra Pelz eine Dienstleistung bis heute beibehalten. Zu einem Quadratmeterpreis von zirka 35 Euro plant sie nicht nur Pflanzflächen, sondern liefert auch Stauden und pflanzt, allein oder unter Mithilfe des Gartenbesitzers.

 

LANDSCHAFTSARCHITEKTIN CHRISTINE OREL

gaertnerin christine orel© Regina Recht

Die Spezialistin: Ihr nächstes großes Projekt ist die Landesgartenschau in Deggendorf 2014.

„Ist die Einrichtung skandinavisch, nehme ich Stauden, die kompakt und architektonisch wirken wie Möbelstücke.“

Gefühle haben Regeln, zumindest wenn Christine Orel Stimmungsbilder im Staudenbeet anlegt. Soll es lustig sein, wählt sie Euphorbien, Achilleen und Hemerocallis. Heiter findet sie knubbelige Wuchsformen mit runden Blüten in Orange oder Gelb wie die Chrysantheme ‘Kleiner Bernstein’. Spröde sind reduzierte Farben in kompakten Anordnungen zum Beispiel mit rotblättrigem Breitwegerich und rostfarbenem Rittersporn.

Woher kommen Rang und Ordnung, Wert und Charakter der Gewächse in ihrem Repertoire? „Sie sind in mir gewachsen“, antwortet die Spezialistin mit fast 25 Jahren Berufserfahrung auf Gartenschauen. Ihr Taschengeld verdiente sie in der Staudengärtnerei Schöllkopf, bekannt für Astern und Chrysanthemen. „Da gab es zwar weniger Geld als in Nachtschichten bei Bosch, aber es war meine Leidenschaft.“ Sie hat in Weihenstephan bei München studiert, weltweit berühmt für seinen Zierpflanzen-Sichtungsgarten. Hier forschten die Gartenbauwissenschaftler Richard Hansen und Friedrich Stahl und entwarfen ein dickes Kompendium über die Lebensbereiche (das sind Beet, Gehölzrand, Steinfuge, Mauerkrone und so weiter) krautiger Gesellschaften, das Studenten bis heute das Leben schwer macht. Christine Orel hat es verinnerlicht. „Die Lebensbereiche muss man intus haben, um einen eigenen Stil entwickeln zu können“, sagt sie. Ihr Lehrer war Peter Kiermeier, eine weitere Referenz, wenn es um Pflanzenverwendung geht. Sie alle zusammen – Hansen, Stahl, Kiermeier und vor ihnen der Staudenzüchter Karl Foerster – haben die Grundlage geschaffen für das, was heute im Ausland New European Style genannt wird.

Natürlich reicht ein pflanzensoziologisch aufbereitetes Botanikverzeichnis im Kopf nicht aus, um schöne Beete zu gestalten. Die große Herausforderung, der Stolz der Gärtner, sind die Farben. Noch heute erinnert sich Christine Orel an die erste purpurrote Pflanzung von Kiermeier, kann die Pflanzen mit Namen nennen: Cotinus ‘Royal Purple’, Echinaceen, Sedum ‘Purple Emperor’, Dunkelrote Blasenspiere und Kardinalslobelien. „Das war 1986 eine Sensation.“ In diese Fußstapfen ist sie getreten: „Orange und Rosa hat kein Mensch vor mir gemacht.“

Nicht alle Kunden wollen es so „schrill“. Sie versucht, deren Geschmack herauszukriegen, fragt, ob sie „mal von drinnen nach draußen schauen kann, um auch einen Blick auf das Wohnzimmer werfen zu können“. Ist die Einrichtung skandinavisch klar, „nehme ich Stauden, die kompakt und architektonisch wirken, fast wie Möbelstücke“. Iris sibirica zum Beispiel, „tolle Blüten, Fruchtstände und Herbstfärbung“. Findet sie englische Möbel, vielleicht Antiquitäten, kombiniert sie romantisch. Wer Christine Orels Handschrift kennenlernen möchte: Die Beete vorm Koblenzer Schloss stammen von ihr, auch die Hindenburganlage in Bingen.

 

LANDSCHAFTSARCHITEKT CHRISTIAN MEYER

landschaftsarchitekt christian meyer

© Regina Rech

„Übermannshohe Stauden wollen die Leute nicht im Garten haben. Sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren.“

Wenn Christian Meyer einen Garten zu planen hat, spaziert er gern im benachbarten Wald. Falls es einen gibt. Er hält Ausschau nach Wildstauden wie Salomonssiegel, Wiesenkerbel, Fingerhut, „solche, von denen sich für Entwürfe Kulturformen beschaffen lassen“. Er nennt diese Methode, „Auszüge von dem natürlichen Bild machen und sie gärtnerisch überhöhen“.Christian Meyer gehört zu den Kindern, die in einem Garten aufgewachsen sind. „Ich war fasziniert von den Blüten der Tränenden Herzen oder des Eisenhuts.“ Später studierte er Landschaftsarchitektur, „ich wusste nichts Besseres“, und arbeitete drei lange Jahre in dem Deutschlands großem Staudenzüchter Karl Foerster gewidmeten Garten in Britz: „Da habe ich gemerkt, was ich mit meinem Studium anfangen will.“ Stauden wurden seine Nische. Um Privatmenschen aufmerksam zu machen, bepflanzt er eine dem Berliner Grünflächenamt abgeluchste Verkehrsinsel am Kurfürstendamm, Ecke Olivaer Platz: Euphorbien, Akeleien, Allium im Frühjahr, im Herbst Gräser, Fetthennen und Astern. Er testet ständig. „Mit den reichen Kunden klappte es zwar nicht, aber ich konnte über mein Projekt schreiben.“ 1999 gelang ihm mit der BUGA Potsdam der Einstieg in die lukrativen Gartenschauen.Karl Foerster ist eine seiner Bezugsgrößen geblieben. Christian Meyer überarbeitete das große Herbstbeet an dessen Wohnhaus in Bornim, „wirklich klasse die Astern und die Farbgräser und vor allem die viel zu wenig genutzten Chrysanthemen“. Und er betreut neben dem Britzer Foerster-Garten den in Berlin-Marzahn. Hat ihn das zum Foersterianer gemacht? „Nein.“ Der von seinen Anhängern verehrte Gärtner „hat immer kleinteilig gearbeitet, hier noch mal was und da noch mal was anderes“. Und in den Farben oft „bunt wie in einer Bonboniere“. Da ist die Zeit heute weiter.Trotzdem, ohne die Veredelungsarbeiten von Karl Foerster ist das, was Staudengärtner heute tun, schwer vorzustellen. Denn zugespitzt gesehen, sind Beete mit den ausdauernd blühenden Gewächsen in der uralten Gartenkunstgeschichte eine Mode, übrig geblieben aus der Arts-and-Crafts-Zeit, als Gertrude Jekyll die Erkenntnisse der Farbenlehre auf Blühendes übertrug. Gute 120 Jahre, länger gibt es die Big Borders nicht. Aber Modeerscheinung? „Das glaube ich nicht“, sagt Christian Meyer. „Stauden haben sich fest etabliert.“ Dass es sie früher im Garten nicht gab, hat vielleicht mit der Angst vor der Natur zu tun. Diese Angst sitzt tief. Es gibt sie noch heute, wenn es um Großstauden geht, übermannshohe Gewächse wie Wasserdost, Becherblume, viele Gräser. „Die Leute wollen sie nicht im Garten haben, sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren.“ Christian Meyer plädiert für ihren Nutzen, liebt zudem das Gefühl, durch einen Staudendschungel zu gehen. „Ich habe einen kleinen Garten, da kann ich mich mit Sträuchern nicht abschotten.“ Die Großen bieten ihm lichten Schutz.


Quelle: 

Architektur & Wohnen, Ausgabe 04/2013

Autor: Elke von Radziewsky

Fotograf: Regina Recht

 

Leise Autos, die keine Abgase mehr ausstoßen. Gesundes Gemüse, das auf Hausdächern gedeiht. Neue Gebäudekonzepte, die aus Abwasser klimafreundliche Energie gewinnen. Für die Stadt der Zukunft gibt es viele Ideen, die das Leben in der Stadt verbessern. Diese mit den Bürgern zu diskutieren, gemeinsame Visionen für die Zukunft zu entwickeln und in ersten Städten zu erproben – darum geht es im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 52 ausgewählte Städte, Gemeinden und Landkreise entwickeln dafür gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine ganzheitliche und nachhaltige Vision 2030+ für ihre Kommune. Über drei Phasen hinweg sollen die Visionen am Ende, ab dem Jahr 2018, in Reallaboren umgesetzt und dem Praxistext unterzogen werden.

Bürgerschaft und Wissenschaft gemeinsam für die Stadt von morgen
Ob es um sichere Arbeit, bezahlbares Wohnen, Klimaanpassung, nachhaltige Mobilität oder Energieversorgung geht: Wenn Städte, Gemeinden und Landkreise die großen Herausforderungen der Zukunft meistern wollen, müssen sie Bürger und Wissenschaft in ihre Entscheidungen miteinbeziehen. Im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ bringen deshalb Teams aus Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung ihre Vorstellungen an einen Tisch. Der Städtewettbewerb soll zeigen: Die Städte der Zukunft sind ein Gemeinschaftsprojekt, das alle angeht.

Schritt für Schritt in Richtung Zukunft
Insgesamt umfasst der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ drei Phasen: von der Entwicklung einer Vision über die Planung der Umsetzung bis hin zur Umsetzung selbst. Aus insgesamt 168 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet hat eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten im April 2015 insgesamt 52 Städte, Landkreise und Gemeinden für die Teilnahme an der ersten Projektphase ausgewählt. Sie stehen nun vor der Aufgabe, konkrete Handlungsempfehlungen und Umsetzungsvorschläge für die Zukunft ihrer Kommune zu erarbeiten. Dafür stehen Fördermittel von insgesamt 1,75 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit ihren Ergebnissen können sie sich für die weiteren zwei Phasen des Wettbewerbs qualifizieren. 2016 starten bis zu 20 ausgewählte Städte, Landkreise und Gemeinden in die zweite Phase der konkreten Planung. 2018 erhalten dann bis zu acht Kommunen die Chance, die von ihnen entwickelte Vision in die Realität umzusetzen.

Partner des Wettbewerbs im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2015 sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Landkreistag. Der Wettbewerb ist Teil der Leitinitiative „Zukunftsstadt“ des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³).

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“

Der Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ sucht nach Beiträgen zu Zukunftsperspektiven für Kommunen in ländlichen Räumen. Unter dem diesjährigen Wettbewerbsmotto „In ländlichen Räumen willkommen!“ wird der Grundvoraussetzung einer Einwanderungsgesellschaft Rechnung getragen. Die Wettbewerbsbeiträge sollen deutlich machen, wie kulturelle Vielfalt konkret gestaltet werden kann und welche Potentiale mit gelingender Integration für die ländlichen Räume verbunden sind.

Der Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ findet erstmals unter dem Dach der Nationalen Stadtentwicklungspolitik statt. Er ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit den Partnern Deutscher Landkreistag (DLT), Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB), Deutscher Bauernverband (DBV), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) und Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG).

Eingeladen zum Wettbewerb sind Vereine und Initiativen, Gemeinden, Unternehmen, Verbände und Privatpersonen. Einsendeschluss ist der 26. Mai 2015.

Wettbewerb 2015 "Menschen und Erfolge - In ländlichen Räumen ankommen"

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