Du möchtest Landschaftsarchitektur studieren?

 

Berufsziel

Das Landschaftsarchitektur-Studium soll sie befähigen, an der Gestaltung unserer Umwelt mitzuwirken – vom privaten Grün über städtische Freiräume mit Parks und Sportanlagen bis in die Landschaft hinein. Somit werden die Arbeitsfelder der Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung im Zusammenhang gelehrt. ,Die im Landschaftsbau vermittelten Kenntnisse sind ein unverzichtbarer Prüfstein für die Machbarkeit und professionelle Umsetzung Ihrer Entwurfsideen in der Praxis.

  • Mitarbeit in einem Ingenieur- oder Planungsbüro für Landschaftsarchitektur (Freiraum-, Landschafts- und Umweltplanung)
  • Sachbearbeiter in kommunalen Ämtern (Gartenamt, Umweltamt, Bauamt, Straßenbauamt …) und staatlichen Behörden und Ämtern für Naturschutz und Landschaftspflege, Landschaftsplanung, Umwelt, Autobahnamt, …
  • Sachbearbeiter oder Leiter in Verbänden und Vereinen in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, Umweltschutz, Tourismus …
  • Mitarbeit oder Leitungsfunktion in Betrieben des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus
  • Mitarbeit oder Leitungsfunktion in Unternehmen oder Abteilungen der Grünflächenpflege einschließlich Gartendenkmalpflege
  • Sachbearbeiter in Hochschulen, Versuchsanstalten und Instituten innerhalb des Berufsfeldes
  • Mitarbeiter bei Fachverlagen

 

Studiengänge

  • Bachelor
  • Master
  • Diplom

 

Studienstandorte

Top Hochschule Bundesland Abschluss
  Beuth-Hochschule Berlin Berlin Bachelor
  Technische Universität Berlin Berlin Master
  Technische Universität Dresden Sachsen Diplom
  Fachhochschule Erfurt Thüringen Master
  Hochschule Neubrandenburg Mecklenburg-Vorpommern Bachelor
  Hochschule Geisenheim Hessen Bachelor
  Universität Hannover Niedersachsen Master
  Technische Universität München Bayern Master
  Hochschule Nürtingen Baden-Württemberg Bachelor
  Hochschule Ostwestfalen-Lippe Nordrhein-Westfalen Bachelor
  Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf Bayern Bachelor
  Brandenburgische Technische Universität Brandenburg Bachelor

 

Unterschied FH und Uni?

Seit dem Bologna-Prozess (1999) wurde alle bisherigen Diplom-Studiengänge in Bachelor- und Master-Studiengänge aufgeteilt.
Das Bachelor-Studium vermittelt die Grundlagen der Landschaftsarchitektur und mit Abschluss wird eine Bachelor-Arbeit bzw. -Thesis geschrieben. Im Anschluss kann man bei Bedarf in die Praxis gehen (Planungsbüros, Behörden, ...) und danach den Master wenn gewünscht absolvieren; oder gleich nach dem Bachelor.
Die Studiendauer für Bachelor-Studiengänge beträgt 6 bis 7 Semester. Bei Master sind es maximal 4 Semester.

Unterschied zwischen Hochschultypen

  • Hochschule, Fachhochschule: Vermittlung von meist praktischen Studieninhalte, Praxissemester, sowie Forschungsprojekte (wenn forschungsstark)
  • Universität: Lehre meist von theoretischen Studieninhalte, Praxissemester und Forschungsprojekte

Ob man nun heute an einer Fachhochschule oder Universität studiert hängt von der eigenen Orientierung ab. Seit dem Bologna-Prozess sind alle Abschlüsse der beiden Hochschultypen (FH u. Uni) laut Hochschulkonferenz als gleichwertig eingestuft.

Vor dem Bologna-Prozess (vor 1999):

  • 1. Akademischer Grad: Diplom-Ingenieur (FH) / Dipl. Ing. (FH)
  • 2. Akademischer Grad: Diplom-Ingenieur (Uni) / Dipl.Ing.
  • 3. Akademischer Grad: Doktor der Ingenieurwissenschaften / Dr.-Ing.

Nach dem Bologna-Prozess (ab 1999):

  • 1. Akademischer Grad: Bachelor of Science / Bachelor of Engineering ... (FH, Uni beide gleich)
  • 2. Akademischer Grad: Master of Science / Master of Engineering ... (FH, Uni beide gleich)
  • 3. Akademischer Grad: Doktor der Ingenieurwissenschaften / Dr.-Ing.

Studieninhalte (Beispiele)

  • Landschaftsplanung, Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz einschließlich der erforderlichen naturwissenschaftlichen Grundlagen
  • Freiraumplanung von der städtebaulichen Ebene bis zum kleinräumigen öffentlichen Freiraum oder zum Hausgarten einschließlich der historischen Grundlagen und den Maßnahmen der Park- und Gartendenkmalpflege
  • Die Ausführung der geplanten Bau- und Pflegemaßnahmen, d.h. Ausführungsplanung, Bauabwicklung einschließlich der notwendigen baubetrieblichen, rechtlichen, ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Abschlussbezeichnungen:

  • Bachelor of Science (B. Sc. oder BSc)
  • Bachelor of Engineering (B. Eng. oder BEng)
  • Master of Science (M.Sc. oder MSc)
  • Master of Engineering (M.Eng. oder MEng)
  • Diplom-Ingenieur (FH)
  • Diplom-Ingenieur (Uni)

 

Quellen: eigene, FH Erfurt, studieren-im-netz, HRK

Freigegeben in Studium

Beobachten, hegen, Geschichte bewahren: Vor dreißig Jahren hat Helga Schütz in Potsdam ein Landhaus mit einem Garten aus den 1920er-Jahren übernommen – klassisch in seiner klaren Trennung zwischen naturnahem bewaldeten Teil und einem Steingarten direkt neben der Terrasse am Haus. Für die Schriftstellerin und Drehbuchautorin ist die denkmalgeschützte Anlage ein „Partner, der sich von Anfang an behauptete“.

Dass man sich nicht mehr bücken braucht, das passiert wohl nur in Stadtgärten“, sagt Helga Schütz. Womit sie nicht sagen will, dass sie unablässig arbeitet, zupft und schneidet, sobald sie draußen ist. Trotzdem: „Bekannte stellen sich immer nur vor, wie ich im Garten auf der Bank sitze, wie ich lese, hier und da gucke.“

1984 war ihr von der Stadt Potsdam das Landhaus des 1965 gestorbenen Physikochemikers Max Volmer angeboten worden. Zu der Zeit war die gelernte Gärtnerin, die, nach einem Jahr im Beruf, Dramaturgie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg studierte, bereits seit 20 Jahren eine erfolgreiche, mit etlichen Literaturpreisen ausgezeichnete Drehbuchautorin. „Mit einem Wahnsinnsmut griff ich zu.“ Fünf Jahre hatte sie in „Berliner Beton, achter Stock“ gelebt, nun wollte sie wieder ins Grüne. Viele ihrer Bekannten hatten schon Datschen im Umkreis, sie suchte Ähnliches. Doch dann bot sich dieser Landhausgarten an, der sie lockte, obwohl sie „am ersten Tag in ihm nicht gejubelt hat“. Statt Liebe auf den ersten Blick stellte sich Respekt ein: „Von Anbeginn an war der Garten ein Partner, der sich behauptete.“ Ändern, umgraben, dem Ganzen einen eigenen Stempel aufdrücken? „Ich hätte nicht gewusst, wo ich eingreifen soll.“

Geschätzte zwei-, dreimal so hoch wie das Haus mit den karmesinroten Fensterflügeln ragen in ihrem Garten Kiefern, Eichen, Buchen, Birken empor. Er ist ein idealisiertes, hallenartig lichtes Stück Wald. Früher einmal ging er direkt in den Diana-Forst über. Doch dort wurde nach der Wende gebaut, und so ist er heute ein Relikt aus der Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, als eine der herrschenden Gartentheorien Natürlichkeit forderte und das Pütschern, Blumen pflanzen, Steine aufsetzen in das Areal dicht am Haus beorderte. Hier der Mensch, dort die Natur. Klare Trennung.

Karl Foerster, der berühmte deutsche Staudenzüchter aus Potsdam-Bornim, soll den Garten mit Max Volmer entworfen haben. Beweise gibt es nicht. Nur Hinweise, wie den Steingarten neben der Terrasse am Haus, typisch für jene Jahre; man sieht Vergleichbares im foersterschen Garten in Bornim. „Immer wieder fragen Leute, ob es noch diese Alpenrose gebe, die sie von früher kennen, ob noch der Eisenhut blühe“, erzählt Helga Schütz. Lange habe es gedauert, bis sie sich mit dem Garten vertraut gemacht hatte, bis sie die Bäume kannte, die Rinden und die Farben. Irgendwann entdeckte sie die ersten zwei Stängel Knabenkraut im Moos vor ihrer Terrasse. Seitdem sichert sie jedes Jahr das Areal der Freilandorchideen. „Man kann Bestimmtes einfach geschehen lassen“, so die Schriftstellerin. Gutes Laub liegen lassen, schlechtes wegschaffen, Eibensämlinge aufziehen. Auch Azaleen auslichten: „Doch nicht jetzt, jetzt will ich lesen, morgen vielleicht.“

 

Autor: Elke von Radziewsky
Fotograf: Angela Franke

Freigegeben in Gärten & Parks
Dienstag, 26 Mai 2015 19:52

Die deutschen Meister der Stauden

Sie gestalten die Blütenmeere auf den großen Gartenschauen, sind Künstler im Umgang mit Farben und Wuchsformen krautiger Pflanzen und werden im Ausland als Vertreter des New European Style gefeiert. Höchste Zeit, sie im eigenen Land prominent zu machen.

LANDSCHAFTSARCHITEKTIN PETRA PELZ

Petra Pelz">

Millionen Bundesbürger kennen ihre Beete schon: Seit 15 Jahren gehört Petra Pelz zu dem Triumvirat an Spezialisten, die für die IGAs und BUGAs große Staudenflächen pflanzen.

 

„Ich hatte immer Angst, Stauden zu verwenden, weil ich das hier bei uns zu komplex und schwierig fand.“

Tausend Riesenknöteriche, ein Meer aus Mondviolen – oder der Acker voller Tulpen: das volle Farbspektrum, gefranst, lilienblütig, kleiner, dicker und vor allem dicht gepackt, 80 Zwiebeln pro Quadratmeter. So etwas hatte man noch nicht gesehen. Es war die Mai-Sensation auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg und typisch für Petra Pelz. Die ganz große Geste hat sie prominent gemacht.

Petra Pelz stammt aus Magdeburg, lernte zu DDR-Zeiten Landschaftsgärtnerei, studierte in Erfurt, improvisierte in einer Schlosser-, Tischler- und Malerbrigade, plante fürs städtische Grünamt und lernte nicht ganz zufällig 1993 den in Chemnitz geborenen Wolfgang Oehme kennen.

Das änderte alles. Der Wahlamerikaner Oehme (1930 bis 2011), ein Kauz und einer der berühmtesten Landschaftsarchitekten des späten 20. Jahrhunderts, ist bekannt für fußballfeldgroße Pflanzungen aus zwei, drei oder fünf verschiedenen Gewächsen und eine entschiedene Konzentration auf Hirsen, Seggen, Simsen, Schilf – „Ein Garten ohne Gräser ist grässlich“, so sein Motto. Er hing an seiner Heimat, besuchte sie über all die Jahre regelmäßig und wünschte nach der Wende Möglichkeiten, auch hier zu arbeiten. Petra Pelz wurde sein Kontakt, seine Schülerin und Sachwalterin.

Ich hatte immer Angst, Stauden zu verwenden, weil ich das hier bei uns zu komplex und schwierig fand. Dieses Wissenschaftliche, leicht verkrampfte.“ Oehmes Gärten – „erfrischend, naiv“ –wurden ihre Initiation. Natürlich hat auch sie ihre „Lebensbereiche nach Hansen“ gelernt. Doch genauso wichtig findet sie, „etwas auszuprobieren, was wie ein Fehler erscheint, locker an Pflanzenthemen heranzugehen“. Denn nicht alles, was in den Lehrfibeln steht, ist ehernes Gesetz. Euphorbia palustris etwa, die Sumpf-Wolfsmilch, ist zwar eine Sumpfpflanze, kommt aber in allen möglichen Gartenböden zurecht. Oehme hatte sie wegen ihrer schwefeligen April-Blüten in seine Grasdünen gepflanzt. Petra Pelz hat’s von ihm übernommen, so wie andere Kunstgriffe. Sie liebt Perowskien und Schneefelberich in Massen. Auch Bergminze, Pycnanthemum muticum, die Modepflanze der gegenwärtigen Steppen- und Präriegärtner. Oder den Dreierpack Rudbeckia, Calamagrostis und Sedum. Von solchen Kombinationen aus hat sie sich zu Eigenem vorgetastet. Eines ihrer Pflanzrezepte ist, ein Grundgerüst aus stabilen Pflanzen wie Japanischem Waldgras, Miscanthus oder dem „eigentlich langweiligen Sedum telephium“ anzulegen und dahinein punktuell Blühpflanzen zu setzen: Wildastern, Giraffenkosmeen, sogar Rittersporn. In Hamburg probiert sie derzeit allerlei mit Baptisien aus, den Indigolupinen.

Aus einer Zeit, „in der es ökonomisch schwierig war“, hat Petra Pelz eine Dienstleistung bis heute beibehalten. Zu einem Quadratmeterpreis von zirka 35 Euro plant sie nicht nur Pflanzflächen, sondern liefert auch Stauden und pflanzt, allein oder unter Mithilfe des Gartenbesitzers.

 

LANDSCHAFTSARCHITEKTIN CHRISTINE OREL

gaertnerin christine orel© Regina Recht

Die Spezialistin: Ihr nächstes großes Projekt ist die Landesgartenschau in Deggendorf 2014.

„Ist die Einrichtung skandinavisch, nehme ich Stauden, die kompakt und architektonisch wirken wie Möbelstücke.“

Gefühle haben Regeln, zumindest wenn Christine Orel Stimmungsbilder im Staudenbeet anlegt. Soll es lustig sein, wählt sie Euphorbien, Achilleen und Hemerocallis. Heiter findet sie knubbelige Wuchsformen mit runden Blüten in Orange oder Gelb wie die Chrysantheme ‘Kleiner Bernstein’. Spröde sind reduzierte Farben in kompakten Anordnungen zum Beispiel mit rotblättrigem Breitwegerich und rostfarbenem Rittersporn.

Woher kommen Rang und Ordnung, Wert und Charakter der Gewächse in ihrem Repertoire? „Sie sind in mir gewachsen“, antwortet die Spezialistin mit fast 25 Jahren Berufserfahrung auf Gartenschauen. Ihr Taschengeld verdiente sie in der Staudengärtnerei Schöllkopf, bekannt für Astern und Chrysanthemen. „Da gab es zwar weniger Geld als in Nachtschichten bei Bosch, aber es war meine Leidenschaft.“ Sie hat in Weihenstephan bei München studiert, weltweit berühmt für seinen Zierpflanzen-Sichtungsgarten. Hier forschten die Gartenbauwissenschaftler Richard Hansen und Friedrich Stahl und entwarfen ein dickes Kompendium über die Lebensbereiche (das sind Beet, Gehölzrand, Steinfuge, Mauerkrone und so weiter) krautiger Gesellschaften, das Studenten bis heute das Leben schwer macht. Christine Orel hat es verinnerlicht. „Die Lebensbereiche muss man intus haben, um einen eigenen Stil entwickeln zu können“, sagt sie. Ihr Lehrer war Peter Kiermeier, eine weitere Referenz, wenn es um Pflanzenverwendung geht. Sie alle zusammen – Hansen, Stahl, Kiermeier und vor ihnen der Staudenzüchter Karl Foerster – haben die Grundlage geschaffen für das, was heute im Ausland New European Style genannt wird.

Natürlich reicht ein pflanzensoziologisch aufbereitetes Botanikverzeichnis im Kopf nicht aus, um schöne Beete zu gestalten. Die große Herausforderung, der Stolz der Gärtner, sind die Farben. Noch heute erinnert sich Christine Orel an die erste purpurrote Pflanzung von Kiermeier, kann die Pflanzen mit Namen nennen: Cotinus ‘Royal Purple’, Echinaceen, Sedum ‘Purple Emperor’, Dunkelrote Blasenspiere und Kardinalslobelien. „Das war 1986 eine Sensation.“ In diese Fußstapfen ist sie getreten: „Orange und Rosa hat kein Mensch vor mir gemacht.“

Nicht alle Kunden wollen es so „schrill“. Sie versucht, deren Geschmack herauszukriegen, fragt, ob sie „mal von drinnen nach draußen schauen kann, um auch einen Blick auf das Wohnzimmer werfen zu können“. Ist die Einrichtung skandinavisch klar, „nehme ich Stauden, die kompakt und architektonisch wirken, fast wie Möbelstücke“. Iris sibirica zum Beispiel, „tolle Blüten, Fruchtstände und Herbstfärbung“. Findet sie englische Möbel, vielleicht Antiquitäten, kombiniert sie romantisch. Wer Christine Orels Handschrift kennenlernen möchte: Die Beete vorm Koblenzer Schloss stammen von ihr, auch die Hindenburganlage in Bingen.

 

LANDSCHAFTSARCHITEKT CHRISTIAN MEYER

landschaftsarchitekt christian meyer

© Regina Rech

„Übermannshohe Stauden wollen die Leute nicht im Garten haben. Sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren.“

Wenn Christian Meyer einen Garten zu planen hat, spaziert er gern im benachbarten Wald. Falls es einen gibt. Er hält Ausschau nach Wildstauden wie Salomonssiegel, Wiesenkerbel, Fingerhut, „solche, von denen sich für Entwürfe Kulturformen beschaffen lassen“. Er nennt diese Methode, „Auszüge von dem natürlichen Bild machen und sie gärtnerisch überhöhen“.Christian Meyer gehört zu den Kindern, die in einem Garten aufgewachsen sind. „Ich war fasziniert von den Blüten der Tränenden Herzen oder des Eisenhuts.“ Später studierte er Landschaftsarchitektur, „ich wusste nichts Besseres“, und arbeitete drei lange Jahre in dem Deutschlands großem Staudenzüchter Karl Foerster gewidmeten Garten in Britz: „Da habe ich gemerkt, was ich mit meinem Studium anfangen will.“ Stauden wurden seine Nische. Um Privatmenschen aufmerksam zu machen, bepflanzt er eine dem Berliner Grünflächenamt abgeluchste Verkehrsinsel am Kurfürstendamm, Ecke Olivaer Platz: Euphorbien, Akeleien, Allium im Frühjahr, im Herbst Gräser, Fetthennen und Astern. Er testet ständig. „Mit den reichen Kunden klappte es zwar nicht, aber ich konnte über mein Projekt schreiben.“ 1999 gelang ihm mit der BUGA Potsdam der Einstieg in die lukrativen Gartenschauen.Karl Foerster ist eine seiner Bezugsgrößen geblieben. Christian Meyer überarbeitete das große Herbstbeet an dessen Wohnhaus in Bornim, „wirklich klasse die Astern und die Farbgräser und vor allem die viel zu wenig genutzten Chrysanthemen“. Und er betreut neben dem Britzer Foerster-Garten den in Berlin-Marzahn. Hat ihn das zum Foersterianer gemacht? „Nein.“ Der von seinen Anhängern verehrte Gärtner „hat immer kleinteilig gearbeitet, hier noch mal was und da noch mal was anderes“. Und in den Farben oft „bunt wie in einer Bonboniere“. Da ist die Zeit heute weiter.Trotzdem, ohne die Veredelungsarbeiten von Karl Foerster ist das, was Staudengärtner heute tun, schwer vorzustellen. Denn zugespitzt gesehen, sind Beete mit den ausdauernd blühenden Gewächsen in der uralten Gartenkunstgeschichte eine Mode, übrig geblieben aus der Arts-and-Crafts-Zeit, als Gertrude Jekyll die Erkenntnisse der Farbenlehre auf Blühendes übertrug. Gute 120 Jahre, länger gibt es die Big Borders nicht. Aber Modeerscheinung? „Das glaube ich nicht“, sagt Christian Meyer. „Stauden haben sich fest etabliert.“ Dass es sie früher im Garten nicht gab, hat vielleicht mit der Angst vor der Natur zu tun. Diese Angst sitzt tief. Es gibt sie noch heute, wenn es um Großstauden geht, übermannshohe Gewächse wie Wasserdost, Becherblume, viele Gräser. „Die Leute wollen sie nicht im Garten haben, sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren.“ Christian Meyer plädiert für ihren Nutzen, liebt zudem das Gefühl, durch einen Staudendschungel zu gehen. „Ich habe einen kleinen Garten, da kann ich mich mit Sträuchern nicht abschotten.“ Die Großen bieten ihm lichten Schutz.


Quelle: 

Architektur & Wohnen, Ausgabe 04/2013

Autor: Elke von Radziewsky

Fotograf: Regina Recht

 

Freigegeben in Aktuelles
Sonntag, 08 Februar 2015 00:00

Ausgezeichneter Steingarten in Schanghai

„Es ist ein ehrliches Projekt. Es versucht nicht, zu verbergen, was es ist“, schreibt die American Society of Landscape Architecture“ über den Quarry Garden (Steinbruch Garten) nicht weit von Schanghai und zeichnet ihn 2012 mit einem „Honorar Award“ aus. Gut 30 Kilometer südwestlich vom Zentrum gönnt sich die 30-Millionen-Metropole eine Auszeit im Grünen. Vor zwei Jahren wurde dort der 200 Hektar große Shanghai Chenshan Botanical Garden eröffnet, gebaut nach Masterplänen der Münchner Landschaftsarchitekten Valentien + Valentien.

Zu seinen 26 Themengärten gehört der von dem Pekinger Büro Thupdi gestaltete, rund 4,3 Hektar große Quarry Garden. Durch die einstige Granitabbauhalde winden sich Treppen zwischen rostigen Stahlwänden, Pfade führen in enge Tunnel, und über der größten Wassergrube schwebt ein filigraner Holzpfad. Er lässt die bis zu 70 Meter hohen Steilwände noch bedrohlicher aussehen. Ein begehbarer Industriethriller mit Happy End: Am Ausgang warten Blumenbeete.

 

Quelle: Architektur & Wohnen, Ausgabe 01/2013
Fotograf:
Yao Chen

Freigegeben in Projekte
Samstag, 27 Dezember 2014 00:00

Streuobstwiese Altglienicke, Berlin

Die Obstwiese ist eine Parkanlage, in der in besonderer Weise die Erholung der Besucher und der Schutz von Pflanzen und Tieren miteinander verbunden werden. Zwischen den Obstbäumen kann auf verschlungenen Pfaden die Natur erlebt werden.
Durch Pflanzung hochstämmiger Obstbäume wie Kirsche, Zwetschge, Apfel, Birne und Quitte mit einem Abstand untereinander von jeweils 11 m wird die historische Nutzungsform der Obstwiese nachgebildet. Besucher können die Früchte ernten. Der Abstand der Bäume untereinander ist so groß, dass der jährliche Pflegeschnitt der Wiese gut durchgeführt werden kann.
Die bestehenden fruchttragenden Sträucher und Bäume wie z.B. Wildapfel, Wildkirsche und Wildrose werden erhalten. Reisig-, Ast- und Stammmaterial der gerodeten Bäume wird zu Reisig- und Astholzstreifen aufgeschichtet. Mithilfe der Holzstreifen werden die Wildobstinseln zu Flächen mit klarer Abgrenzung zusammengefasst.
Im Zusammenhang mit der Anlage der Streuobstwiese durch hochC wurde auch eine Beschilderung mit Besucherleitsystem entwickelt. 
Wer nachlesen möchte, was es in der Anlage zu sehen und zu erleben gibt, der kann auf die Informationsstelen schauen, die über die Fläche verteilt sind. Auf der Webseite der Obstwiese Altglienicke wird man einen Audioguide, Videos, Fotos und weitere spannende und interessante Informationen rund um die Obstwiese finden. Mit dem Smartphone gelangt man mit Hilfe des nebenstehenden QR-Codes direkt auf die website des Bezirksamts.
Für Quizfreunde ist ein kleines naturwissenschaftliches Quiz für Kinder und Jugendliche integriert.

 

PROJEKTBETEILIGTE

bewegen maximieren

PROJEKTDATEN

maximieren

Baubeginn 11/2012
Fertigstellung 03/2013
Gebäudetyp Park-, Grünanlagen
Projektgröße
Fläche der Freianlagen 26.000 m2
Projektkosten
Baukosten (gesamt) 370.000 EUR
Projektadresse DE-12524 Berlin-Altglienicke

 

Foto: hochC Landschaftsarchitektur, Berlin

Freigegeben in Projekte
Samstag, 27 Dezember 2014 00:00

Wohngebietspark Hagenstraße, Berlin

Der Wohngebietspark erhält eine grüne Mitte in Form einer multifunktional nutzbaren
Rasenfläche. Ein umlaufender Rundweg fasst die grüne Mitte ein und bindet an vier
Wegeverbindungen zur Hagenstraße und zur Dietlindestraße an. 
Unterschiedliche Nutzungsangebote gliedern sich in zellenartigen Strukturen an den Rundweg an und sind zukünftig noch erweiterbar. Vorgesehen sind Bolzplatz mit Graffittiwand, Kletterspielplatz mit Parcours für alle und ein Kleinkinderspielplatz mit Wasserpumpe.
Der vorhandene Baumbestand bleibt so weit wie möglich erhalten und wird punktuell ergänzt. Die Grünflächen außerhalb des Rundweges werden gestaffelt nach Strauch- und Gehölzflächen sowie verschieden häufig gemähte Wiesenflächen. Zu den Rändern hin werden die Strukturen höher und bieten so eine pflanzliche Abgrenzung zu den Straßen hin.

Entlang des Rundweges und an den Freizeitangeboten werden Sitzbänke vorgesehen. Sie sind als Sichtbeton-Fertigteile mit Holzauflagen geplant, welche teilweise mit Rückenlehnen ausgestattet werden.
Der Kletterspielplatz soll einen Kletterwald mit verschiedenen Möglichkeiten zum Hangeln,
Balancieren und Klettern bieten. Weiterhin wird es eine Seilbahn geben. Die Spielgeräte werden aus farbig lackierten, teilweise gebogenen Stahlpfosten vorgesehen. 
Der Kletterspielplatz wird als Schutz vor Hunden eingezäunt bzw. von Sitzbänken und Strauchpflanzungen eingefasst. Angrenzend an den Kletterspielplatz wird der ‚Parcous für alle’ positioniert. Hier wird es auf einer Hartgummifläche einen Parcours zum Balancieren und Trainieren verschiedener Sinne geben.
Ergänzt wird das Angebot durch ein Bodentrampolin.
Neben Kletterspielplatz und Parcours bietet die Fläche auch einen Aufenthaltsbereich, auf dem nach Möglichkeit eine lange Tafel ihren Platz finden soll. An dem rd. 10m
langen Tisch mit Sitzbänken können sich die Parkbesucher treffen und ihr Picknick genießen. Auf der Fläche sind zudem auch zwei Tischtennisplatten geplant.
Für Kleinkinder wrd ein Wasserspielplatz mit verschieden hohen Matschtischen gebaut. Ein kleiner Kletterturm mit Sandförderspiel und Edelstahl-Rutsche bietet auch für die kleineren Kinder ein Kletterangebot. Eine hölzerne Kletterskulptur zeigt einen dreiköpfigen Drachen.

 

PROJEKTBETEILIGTE

bewegen maximieren

Baubeginn 05/2014
Gebäudetyp Park-, Grünanlagen (Neubau)
Projektadresse Hagenstraße
DE-10365 Berlin

 

Foto: hochC Landschaftsarchitektur, Berlin

Freigegeben in Projekte

Das neu konstituierte Präsidium des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten bdla befasste sich in seiner ersten Sitzung am 16. Juli 2014 in Berlin mit aktuellen Handlungsfeldern und legte den Verbandsfokus auf die Grüne Infrastruktur. Mit der Diskussion dieses Konzeptes eröffnet sich erneut eine Chance, die

Freigegeben in Aktuelles
Samstag, 02 August 2014 00:00

SCKELL STUDENTS AWARD 2014

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste und der Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Industrielle Landschaft (Technische Universität München) loben gemeinsam

Freigegeben in Aktuelles

100 Projekte aus 100 Jahren Landschaftsarchitektur präsentiert der Bund deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) in seiner neuen Online-Ausstellung. Gezeigt wird eine umfassende Sammlung geplanter und gebauter Projekte in Freiraum und Landschaft der Jahre 1913 bis 2013. Die ausgewählten Beiträge sind

Freigegeben in Aktuelles

Am 23. Juni 2014 besiegelten Matthias Teubner, Vertriebsleiter Außenleuchten der Firma Philips GmbH, Unternehmensbereich Lighting, und bdla-Bundesgeschäftsführerin Ingeborg Paland die Zusammenarbeit zur Förderung des Wettbewerbs Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015.

Bei ihrem Gespräch in der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes in Berlin-Mitte informierte Ingeborg Paland über die erfolgreiche Durchführung des seit 1993 alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerbs mit dem Highlight, der Dokumentation der siegreichen Arbeiten in Buchform seit 2001

Freigegeben in Aktuelles

Über L-UMP.net

L-UMP.net wurde zunächst von zwei Studenten als Portal für den Austausch von Studienunterlagen konzipiert und dann später als Online-Magazin für Interessierte und das Fachpublikum weiter entwickelt.

Soziale Netzwerke